Die Frage war einfach: Kann mit der Sony 3d-Handycam HDR-TD10 und einem passenden Gehäuse unter Wasser gefilmt werden? Wenn ja, ist der 3D-Effekt erkennbar? Sony bietet noch kein passendes Gehäuse zu dieser Kamera. Einzelanfertigungen sind teuer. In meinem Materiallager lag seit Jahren ein altes Unterwassergehäuse Typ SPK-DVF2, passend zu Sony DV-Kameras. Das Gehäuse stammt aus einer Zeit, als Handycams noch richtig klobig waren. Für aktuelle Handycams ist es viel zu gross. Für die 3D-Kamera hat es die richtige Grösse. Doch leider stimmten der Montageschlitten und die Kabelanschlüsse nicht. Nach nur wenigen Modifikationen passte die 3D-Cam in das Gehäuse und für die Steuerung habe ich ein Adapterkabel bei der Firma Schweizer in Schlieren gefunden. Für die Montage der Kamera habe ich auf den Original-Montageschlitten von Sony mit vier Schrauben ein Manfrotto-Adapter Typ 577 montiert. Zwischen die beiden Teile habe ich 5mm-Plastikscheiben gelegt, um so die Kamera im Gehäuse auf die richtige Höhe zu bringen. Das wars!

Für den Test habe ich mir einen grossen Karpfenteich in meiner Nähe ausgesucht. Das war keine gute Idee! Das Wasser war derart verdreckt, dass die Fische nur aus allernächster Nähe erkennbar waren. Vom 3D-Effekt ganz zu schweigen. Nach den schweren Regenfälle der letzten Tage waren auch die grossen Seen nicht geeignet.

So musste Nemo in meiner Badewanne für diesen Test herhalten. Es klappt; auch im vollen Automatikbetrieb ist der 3D-Effekt erkennbar und – vor allem – das Gehäuse ist dicht. Nachbau auf eigene Gefahr. Hier die 3D-Original-Files zum downloaden

Das 10 Jahre alte Unterwassergehäuse passt wie angegossen. Doch Achtung: Dieses Gehäuse ist nur für Tauchtiefen von maximal 5m geeignet. Für das Projekt H2O reicht das allemal.

Dank der grossen Gehäusetiefe kann sogar der grosse Akku Typ Sony NP-FV100 verwendet werden.

Der Manfrotto-Adapter vom Typ 577 wird mit vier Schrauben auf dem Kamera-Montageschlitten montiert. Die Original-Feststellschraube vom Manfrotto-Adapter wir durch eine 20mm lange, 6mm-Imbussschraube ersetzt.

Zwischen Montageschlitten und den Manfrotto-Adapter müssen 5mm-Distanzringe gelegt werden, damit die Kameraposition im Gehäuse stimmt.

Die Kamera wird in dieser Position auf dem Montageschlitten fixiert. Das Display muss umgedreht werden, damit das Bild über den Sucherschacht betrachtet werden kann. Leider ist dann alles spiegelverkehrt.

Der Auftrieb der Kamera mit Gehäuse ist im Wasser etwa 3 Kilogramm. Um diesen zu reduzieren, habe ich aus einer alten Frischhaltedose und einem zweiten Manfrotto-Adapter ein abnehmbares Gewicht gebastelt.

Durch verschieben des Gewichtes kann die Kamera unter Wasser bestens austariert werden.